Ich bin ja kein Rassist, aber...

Dieser Aussage begegnet man sehr oft im gesellschaftlichen Leben. Polizei, Behörden, Politik, Medien, Kirchen und Gewerkschaften predigen ununterbrochen für mehr Respekt und Toleranz und doch schlagen rassistische Denkmuster immer wieder durch. Beispielsweise bei parlamentarischen Debatten über das vermeintliche Problem der „Ausländer“ oder rassistisch motivierten Polizeikontrollen auf der Straße. Auch bei scheinbar wohltätigen Handlungen wie Spendenaufrufen, wird den deutschen Spender*innen ein Bild suggeriert, das die Anderen als „wilde“ Menschen zeigt und sich selbst in der Position der erhabenen Klasse darstellt. Dadurch entsteht ein Weltbild von „denen“ dort unten und „uns“ hier oben, das die Emanzipation der Betroffenen von Grund auf verhindert.

Es werden Probleme auf die Tagesordnung gebracht, die erst durch ihre mediale Erwähnung zu einem solchen werden und Rassismus weiter in den Köpfen verankert. Spricht man von einem Problem als Eigenschaft einer Gruppe, wird die Sicht auf den Ursprung dessen verschleiert und eine Assoziation mit der genannten Gruppe geschaffen.

Auch gerade Antisemitismus geht einher mit der Aussage „Ich bin ja kein Antisemit, aber...“ In diesem Zusammenhang wird oft vom unmündigen Deutschen und dem großen Einfluss von Jüdinnen und Juden oder „wahlweise“ von Israel gesprochen. Auch wird gefordert die Vergangenheit mal endlich bei Seite zu legen und zu vergessen. Verantwortung spielt keine Rolle mehr und der Holocaust wird schnell verdrängt, oder sogar verharmlost. Outen sich Jüdinnen und Juden im 21. Jahrhundert wird ihnen immer noch mit Vorurteilen begegnet und sie werden mit dem Nahostkonflikt konfrontiert.

Um diese rassistischen Strukturen in unserer Gesellschaft zu durchbrechen muss es eine Veränderung der Denkweise geben. Menschen dürfen nicht nach äußerlichen Merkmalen bewertet und behandelt werden. Denn diese Sicht führt zu dem Problem der automatischen Einteilung von Personen mit gruppenbezogenen Merkmalen in verschiedene Schubladen. Dadurch bleibt die Einteilung in den Köpfen bestehen und so gelingt es nicht, aus diesen Strukturen auszutreten. Nur eine Willkommenskultur, Aufklärung und Sensibilisierung schaffen eine Gesellschaft fern von Rassismus, Antisemitismus, Ausgrenzung und Stigmata. Man muss den Mensch als Individuum in den Mittelpunkt stellen.

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